1. Januar 2004

Frohes neues Jahr!! Unglaublich, aber endlich gibt es mal wieder einen neuen Eintrag! Die letzte Zeit in Christchurch war so stressig, dass ich es nicht geschafft habe irgendwas an der Homepage zu machen. Aber in der Zwischenzeit ist alles abgegeben, die Zelte sind abgebrochen und ich befinde mich in Melbourne, Australien. Seit 3 Wochen sind wir in Australien und es ist richtig heiss. Nach einer Woche Sydney waren wir über Weihnachten in Byron Bay und haben Sylvester zünftig in Melbourne gefeiert. Ab morgen haben wir einen Van und fahren damit zurück nach Sydney, von wo am 6.1. der Flug nach Thailand geht.
Ich hab mal ein paar Bilder von unserer letzten Rundreise über die Südinsel Ende November/Anfang Dezember eingestellt. Zuerst bin ich mit Steffi, Rebecca, Sebastian, Tim und Jan nach Norden in den Abel Tasman National Park gefahren und dann haben Steffi, Rebecca, Philipp, Jan und ich noch eine Tour durch den Süden nach Fjordland, Wanaka, Dunedin und Mt Cook gemacht. Weitere Bilder aus den letzten Monaten und aus Australien werde ich dann auf dei Homepage stellen, wenn ich wieder in Deutschland bin!


3. Oktober

Vor ein paar Tagen wurde Christchurch von einem Erdbeben erschüttert! Naja, es war eher unspektakulär, aber trotzdem eine neue Erfahrung. Um 6.22 Uhr fing plötzlich alles an zu wackeln, ich lag natürlich noch im Bett und bin davon aufgewacht. In meinem Halbschlaf dachte ich zuerst 'Mann der Wind ist aber wieder stark heute' und bin wieder eingepennt. Später ist mir dann aufgefallen dass der Wind wohl kaum ein ganzes Gebäude zum schwanken bringt und ich hab die Berichte gesehen, dass es in der Tat ein Erdbeben war. Die Stärke war 4.9 auf der Richterskala und das Epizentrum lag nur 20 km nördlich von Christchurch. Alles in allem größtenteils harmlos, aber wir warten noch auf den Big Bang, der laut Geologen schon längst überfällig ist und wahrscheinlich Christchurch dem Erdboden gleich machen wird! Mal schauen, wenn wir Glück haben kriegen wir das auch noch mit.
Zur Feier der deutschen Einheit haben wir heute morgen schon die Nationalhymne (alle Strophen) gesungen und uns gegenseitig aus dem Grundgesetz vorgelesen.


25. September

So, nach längerer Zeit kommt mal wieder ein neuer Eintrag! Es gibt aber in letzter Zeit auch nicht wirklich viel neues. Wir schreiben fleissig an unseren verschiedenen papern und müssen uns ranhalten damit die auch rechtzeitig fertig werden! Ab und zu geht's natürlich noch in den Schnee. Schliesslich hat es in den letzten Wochen nochmal richtig geschneit und dadurch die Saison, die mässig angefangen hat, noch gerettet. Vor ein paar Wochen war ich in einem kleineren ski field übers Wochenende snowboarden. Das war eher so Winterurlaub der rustikaleren Art. Es fängt damit an, dass man an den Parkplatz am Fuß des Bergs ankommt und erstmal eine Dreiviertelstunde zu Fuß zum Skigebiet hochläuft. Netterweise wird immerhin das Gepäck hochtransportiert. Das Skigebiet hat dann nur zwei Lifte, beides sogenannte rope-tow oder nutcracker Lifte. D.h. es läuft einfach nur ein Seil hoch, in das man sich mit einer Eisenkralle, die man an einem Gürtel um die Hüften trägt, einhakt. Eine ziemlich brenzlige Angelegenheit, denn das Seil läuft über Rollen, an denen man knapp vorbeifährt und aufpassen muss, dass man sich nicht die Finger einquetscht. Ich mochte diese Lifte überhaupt nicht und die Lifte mochten mich ebenfalls nicht. Am zweiten Tag bin ich dann leider beim hochfahren frontal gegen eine der Rollen gefahren, was ziemlich schmerzhafte Folgen hatte. Nicht nur hatte ich für zwei Wochen den größten blauen Fleck der Erde, ich konnte auch ein paar Tage nicht richtig laufen. Insofern konnte ich mich mit Jeremy zusammentun. Glücklicherweise ist aber alles ausgeheilt und ich konnte das Training wieder aufnehmen (Body 2003/2004).
Letzten Samstag hat das Oktoberfest begonnen. Nicht nur in München, sondern auch hier! Zwei Deutsche haben eine Oktoberfestparty gemacht, die selbstredend mittags angefangen hat. Komplett mit Weißwürsten, Weizenbier, Brezeln und der notorischen Oktoberfestmusik. Ein witzige Sache, aber es ging bei uns sehr viel gesitteter zu als beim 'richtigen' Oktoberfest, denke ich...


1. September

Offizieller Frühlingsbeginn in Neuseeland! Heute war es auch schon richtig fruühlingshaft, sonnig und mild. Trotzdem gab es kürzlich endlich 60cm Neuschnee und die Gelegenheit haben wir natuürlich direkt zum snowboarden genutzt. Letzte Woche war ich mit vier Amis in Mount Hutt. Die Bedingungen waren super, es wurde aber aus anderen Gründen zu einem interessanten Trip. Ich war an dem Tag eh schon ziemlich müde, da am Abend zuvor eine spanische Party stattfand. Ich hab mir also meine Pausen genommen und bin ganz entspannt durch den Neuschnee gekurvt. Als wir uns dann am Nachmittag wieder treffen wollten, stellten wir nach mehrmaligem Durchzählen fest, dass Jeremy, Jans Mitbewohner, fehlt. Und schon kam auch die Durchsage dass Jeremys Freunde doch mal ins Medical Centre kommen sollten. Dort wurde uns dann gesagt, dass Jeremy im Krankenhaus von Ashburton, der nächstgrößere Ort, liegt. Dort angekommen fanden wir Jeremy wie ein Häufchen Elend mit starken Schmerzen im Bett liegend. Er war mit seinem Snowboard zu einem entlegenen Hang gekraxelt, um im unberührten Schnee zu fahren. Leider hat er dort bei hoher Geschwindigkeit einen Felsen getroffen und ist dann mit seiner Niere auf einem weiteren Felsen gelandet. Folge war, dass er sich 2 Wochen wie ein alter Mann bewegt hat und natürlich auch erstmal an snowboarden nicht zu denken war.


17. August

Am Wochenende hatte Anne aus Frankreich Geburtstag und das musste natürlich gefeiert werden! Sie hat bei und mit zwei Deutschen gefeiert, die dekadenterweise in einem Haus direkt am Strand wohnen. Eine sehr lustige Party, auf der uns unter anderem von einem Kiwi der 'haka' beigebracht wurde, der Maori-Kriegstanz, den die All Blacks vor jedem Spiel aufführen. Morgen gehts mal wieder auf die Skipiste, diesmal fahren wir ins nahegelegene Skigebiet Porter Heights.


11. August

Zeit für ein paar Neuigkeiten... Nachdem wir Gwyneth abgeholt haben und sie auch wieder fährt wie die junge Katherine Hepburn, mussten wir ihr auch noch eine neue Windschutzscheibe spendieren, da von einem Stein ein größerer Riß genau auf Augenhöhe des Fahrers aufgetreten ist. Sie ist und bleibt halt eine Diva.
Letztens hat der jährliche Ball unseres Wohnheims stattgefunden. Die Gelegenheit mal den Anzug anzuziehen, den ich aus unerfindlichen Gründen mitgeschleppt hab (naja, dafür wahrscheinlich). Alle haben sich schick gemacht, es gab gutes Essen und Live-Musik. Eine sehr spassige Angelegenheit, wie man auf den Bildern sehen kann. Der etwas seltsam aussehende Typ, der auf dem einen Bild neben mir steht, ist übrigens Mikey. Ohne ihm nahetreten zu wollen würde ich sagen, dass er in der Schlange wohl etwas weiter hinten stand, als gewisse kognitive Fähigkeiten verteilt wurden. Ein netter Kerl, taucht meistens irgendwann auf und geht dann auch so schnell nicht wieder. Sein etwas übel zugerichtetes Gesicht ist übrigens die Folge eines unglücklichen Sturzes beim Skifahren.
Letztes Wochenende war ich dann auf einem sogenannten 'Snow Skills Course' vom Canterbury University Tramping Club. Dort haben wir gelernt, wie man mit Eisaxt und Steigeisen umgeht, um auch im Winter Berge hochzuklettern. Das war ein wirklich spannendes Wochenende. Am ersten Tag haben wir verschiedene Techniken geübt, wie man sich in Schnee und Eis fortbewegt, sichert und bei einem Sturz bremst. Tags drauf sind wir dann einen Gipfel im Arthur's Pass National Park hochgeklettert, um unsere neu erlernten Fähigkeiten unter richtigen Bedingungen einzusetzen. Unser Ziel, Mount Philistine, ist 1967 Meter hoch und der meiste Teil war schneebedeckt. Wir mussten also fast die ganze Zeit mit Steigeisen gehen, was auf die Dauer relativ anstrengend ist. Zwischendurch gab es einige beängstigend steile Stücke, aber man glaubt gar nicht wo man mit Eisaxt und Steigeisen überall hoch kommt. Da wir mit dem Wetter mal wieder unverschämtes Glück hatten, konnten wir auf dem Gipfel im Hintergrund sogar bis zum Meer sehen! Ich denke nach dieser Erfahrung werde ich in naher Zukunft meinen ersten Achttausender in Angriff nehmen...


18. Juli

She's alright!! Wir haben News vom Mechaniker bekommen und die erfreuliche Nachricht, dass Gwyneth keinen Motorschaden hat. Es war (überraschenderweise...) eine größere Öllache im Motorraum und dadurch ist wohl der cam belt abgerutscht oder so ähnlich. Er will jetzt den belt austauschen und neue Dichtungen einbauen, das ganze wird wohl ein paar hundert Dollar kosten, aber im Gegensatz zu einem neuen Motor ist das noch zu verkraften. Anfang nächster Woche ist dann wohl ein kleiner Ausflug nach Lake Tekapo notwendig um unser Baby abzuholen!


16. Juli

So, das wird ein etwas längerer Eintrag werden da in den letzten zwei Wochen ziemlich viel passiert ist!

Zunächst war ich am 3./4. Juli in Wellington auf dem ANZSIL Postgraduate Student Workshop und der jährlichen Konferenz im International Law. Ich bin am Donnerstag in Wellingon gelandet und nach dem Einchecken ins Hotel IBIS ging direkt der Workshop los. Wir waren neun Studenten, die jeweils einen etwa 15minütigen Vortrag gehalten haben. Die meisten haben über International Peace and Security Issues geredet, ich war der einzige, der International Trade Law zum Thema hatte. Alles sehr spannende Vorträge und auch die Leute waren interessant. Die meisten kamen aus Australien und Neuseeland, ausser mir war noch ein Japaner dabei. Einer kannte sogar Volker Nienaber (ehemaliger Assistent von Prof. Berger in Münster), da er mit ihm zusammen in Cambridge seinen Master gemacht hat. Abends sind wir dann noch in Wellington weggegangen und ich muss sagen, dass das Nachtleben in Wellington schon sehr viel ergiebiger als in Christchurch ist. Später am Abend habe ich mich noch mit Markus Möller und Jan-Dirk aus Müster getroffen, die ihren LL.M. in Wellington machen. Aufgrund einschlägiger Erfahrung konnten sie mir eine fundierte und gut recherchierte Führung durch die lokale Cocktailbarszene geben. Am nächsten Tag hat dann die Konferenz angefangen, leichte Kopfschmerzen vom vorangegangenen Abend mit eingeschlossen. Zum Start der Konferenz gab es erstmal ein sogenanntes powhiri, das ist eine traditionelle Maori-Begrüssung, bei der ein Vertreter des lokalen Maori-Stammes die Besucher in einer längeren Ansprache begrüßt und ein traditionelles Lied singt. Ein Repräsentant der Gäste antwortet dann darauf mit einer Ansprache und ebenfalls mit einem Lied. Das ganze passiert natürlich auf Maori und dauerte etwa eine Viertelstunde. Ich hatte zuerst natürlich keine Ahnung was vor sich geht und dachte ich bin im falschen Film, bis ich dann später aufgeklärt wurde, dass bei jedem offiziellen Anlaß in Neuseeland ein traditionelles powhiri stattfindet. Dann hat der neuseeländische Außenminister die Konferenz mit einer Rede eröffnet, die er ebenfalls mit ein paar Maori-Worten begonnen hat. Nachdem den ganzen Tag verschiedene Sitzungen stattfanden, endete der Tag mit einer Einladung auf den Amtssitz der Vertreterin der Queen in Neuseeland. Sie war leider gerade auf Dienstreise in Tonga, anstatt dessen wurden wir von der höchsten Richterin des Landes begrüsst. Das Government House in Wellington ist ein sehr beeindruckendes Gebäde, prunkvoll eingerichtet und quasi das letzte Symbol der britischen Krone in Neuseeland. Normalerweise ist es für Besucher nicht geöffnet, wir hatten Glück, dass für uns eine Ausnahme gemacht wurde. Von dort aus bin ich dann direkt zum Flughafen gefahren, um meinen Flieger nach Christchurch zu bekommen. Dies gestaltete sich aber etwas schwieriger als erwartet. Als ich Einchecken wollte, wurde mir gesagt, dass der Flug wegen Schneesturmes in Christchurch aller Voraussicht nach gecancelt wird. Nachdem ich dann 2 Stunden im Unklaren gelassen wurde und ich bereits ein paar Teilnehmer des Workshops wegen Übernachtungsmöglichkeiten und weiterer Abendplanung kontaktiert habe, ging der Flug dann noch - beruhigenderweise in einer 30-sitzigen Propellermaschine. Aber hat alles gut geklappt. In Christchurch war Thomas in der Zwischenzeit auch eingetroffen. Am Wochenende sind wir dann hier nochmal weggegangen und haben uns auch noch mit Flo Fischer und Anja und ein paar von Thomas' und Dorthes Kommilitonen aus Auckland getroffen. So ging es dann Montag morgen gut ausgeruht (NOT!) nach Queenstown!

Wir sind mit drei Autos nach Queenstown gefahren, diese Tatsache wird später noch von Interesse sein... Vier Jungs waren in unserem Wagen, vier Mädels im Auto von Asa, einer Schwedin, und zwei plus Gepäck im Kombi von Jeremy. Für die Hinfahrt haben wir etwa sechs Stunden gebraucht. In Queenstown hatten wir ein Apartment für 10 Leute gemietet, das war sogar einigermasse komfortabel. Queenstown gilt als Party- und Actionstadt von Neuseeland, man kann für alle möglichen Aktivitäten wie Bungyspringen, Rafting, Fallschrimspringen oder Jetbootfahren einen Haufen Geld ausgeben. Das Nachtleben war jedoch eher begrenzt, wir haben es auch nur an den letzten beiden Abenden ausgetestet. Ansonsten haben wir uns bemüht den Saisonskipass auszunutzen. Der Schnee war auch nicht übel, aber es hätte auch gerne etwas mehr sein können. Wir waren ausserdem genau zur Schulferienzeit da, so dass es auf den Pisten und an den Liften leider teilweise etwas voll war. Aber es hat natürlich trotzdem Spass gemacht und mit meinem Snowboard bin ich weiter voll zufrieden. Beeindruckend war vor allen Dingen auch die Aussicht von den Bergen, im Gegensatz zu den europäischen Alpen guckt man nicht nur auf enge Täler, sondern teilweise auf weite Ebenen, die von Bergen eingekreist sind, Szenerien wie aus Lord of the Rings.
Nach 6 entspannenden Tagen haben wir uns dann auf die Rückreise gemacht. Asa hatte ihr Auto noch in Queenstown kurz bei einer Werkstatt reparieren lassen und es lief auch wieder ohne Probleme. Jeremys Wagen dagegen hatte seit zwei Tagen seltsame Geräusche aus Richtung Hinterachse von sich gegeben. Da wir nicht wussten was das auf sich hatte, ist Jeremy langsamer vorgefahren und wir sind hinter ihm hergefahren, um ihm bei Problemen zu helfen. Die Mädels sind schon vorgefahren und wir wollten uns auf halbem Weg in Lake Tekapo treffen. Als wir dann so zwei Stunden unterwegs waren sahen wir wie Jeremys linkes Hinterrad anfing extrem hin- und herzuwackeln. Als er zum Stehen gekommen war, entdeckten wir dass zwei der Befestigungsschrauben des Rades komplett abgebrochen waren. Beim letzten Reifenwechsel zwei Wochen davor hatte der Mechaniker wohl die Schrauben nicht vernünftig angezogen, daher auch die Geräusche. Jeremys Karre war also erstmal ausser Gefecht gesetzt, an ein Weiterfahren war für ihn vorerst nicht zu denken. Wir haben also den AA (nein, nicht Anonyme Alkoholiker, Automobile Association!) angerufen, damit die einen Abschleppwagen schicken, haben noch Anne-Isabelle aus Frankreich in unser Auto geladen und sind schon mal weitergefahren, um die anderen in Lake Tekapo zu treffen. Da wir jedoch durch dieses ganze Ungemach etwas spät dran waren, waren die anderen schon weitergefahren. Wir haben also eben einen Snack genommen, vollgetankt und wollten nach Christchurch durchstarten. Als wir jedoch von der Tankstelle losfahren wollen, drehen wir den Schlüssel um und es tut sich - gar nichts. Nachdem auch nach dem 20. Versuch den Motor zu starten nichts passierte, mussten wir einsehen, dass wir ein Problem hatten. Also haben wir ebenfalls den AA angerufen und glücklicherweise kam auch nach kurzer Zeit ein Mechaniker aus der nahegelegenden Werkstatt. Nach einem kurzen Blick in den Motor lautet sein vernichtendes Urteil: cam belt gerissen. Das ist irgendwie die Übertragung von der Nockenwelle zum Getriebe oder irgendso ein Käse. Auf jeden Fall ist das normalerweise das Ende eines jeden Motors. Im übrigen war das auch das was uns im Januar die Mechanikerin in Auckland für früher oder später prophezeit hatte. Das hatten wir schon längst wieder verdrängt. So ein Riemen kostet etwa 35 Dollar und das beste ist ihn einfach alle paar Tausend Kilometer mal auszutauschen, aber auf diese Idee ist besagte Mechanikerin natürlich nicht gekommen. Naja, ich will mich hier jetzt nicht über Frauen als Automechaniker auslassen, aber die Stichwörter heissen Bock und Gärtner und man sollte ersteren nicht zu letzterem machen... Wie auch immer, wir hatten Glück im Unglück, da uns der cam belt im Rollen gerissen ist und nicht in voller Fahrt. In voller Fahrt zerstören die losen Ventile normalerweise den Motor komplett, bei uns sieht der Motor innen noch einigermassen OK aus (laut Mechaniker). Er versucht darum einen neuen cam belt einzusetzen und schaut, ob der Motor dann noch läuft. Auf diesem Stand sind wir jetzt, wir haben noch nichts vom Mechaniker gehört, im Augenblick ist also noch alles drin! Unser Problem am Sonntag war aber noch zurück nach Christchurch zu kommen, denn am nächsten Tag ging Tommys Flug nach Wellington. Man muss dazu sagen, dass Lake Tekapo ein kleines Kaff in der Mitte von Nirgendwo ist. Busse waren alle ausgebucht und Mietwagen gab es in einem Umkreis von 100km auch nicht. Durch Zufall haben wir dann jemanden getroffen, der uns in die nächstgrößere Stadt (Timaru) mitnehmen wollte. Einem weiteren glücklichen Zufall ist es zu verdanken, dass wir, während wir so in Lake Tekapo gerade die verschiedenen Rückreisemöglichkeiten sondiert haben, Jeremy getroffen haben. Er hatte es geschafft sein Rad in der Zwischenzeit wieder festgeschraubt zu bekommen und konnte so unser ganzes Gepäck mit nach Christchurch zurück nehmen. Als Randnotiz sei noch erwähnt, dass er vor der Abfahrt noch seinen Schlüssel in seinem Auto eingeschlossen hatte, um die ganze Sache noch zu komplizieren. Wir fünf anderen sind aber in der Zwischenzeit im Pick-up Truck unseres neuen Bekannten nach Timaru gefahren, wofür jeder 20 Dollar zahlen musste, mit anderen Worten hat sich der Kollege eine goldene Nase an unserem Mißgeschick verdient. In Timaru haben wir dann einen Bus nach Christchurch bekommen und waren gegen 11 Uhr abends nach einer 13-stündigen Odyssee zu Hause. Eigentlich entbehrte die ganze Fahrt nicht einer gewissen Komik, aber ob ich darüber lachen kann oder nicht, sage ich euch wenn ich weiss ob Gwyneth wieder ganz die alte wird.


29. Juni

Gestern waren wir beim Spiel der All Blacks gegen Frankreich im Jade-Stadium in Christchurch. Für alle, denen das jetzt nichts sagt: die All Blacks sind das Rugby-Nationalteam von Neuseeland, ein nationales Heiligtum, das so ziemlich über alles geht. Wie der Name schon sagt, sind die Spieler traditionell komplett in Schwarz gekleidet. Vor jedem Spiel führt die Mannschaft einen Maori-Kriegstanz auf, den sogenannten "Haka". In der Tat ziemlich furchteinflößend für jeden Gegner, wenn ein Haufen schwarzgekleideter Schränke sich mit martialischen Gesten und Kriegsrufen vor dem Spiel heiß macht. Selbstverständlich haben die All Blacks am Ende auch mit 31 zu 23 gewonnen! Rugby ist echt eine coole Sportart mit viel Aktion, sehr athletisch und kampfbetont, auch wenn ich das Regelwerk noch nicht ganz überblicke.


27. Juni

Wir waren heute wieder snowboarden auf Mount Hutt! Leider war der Schnee nicht besonders viel und zudem ziemlich eisig und hart. Aber besser als im Office rumzusitzen allemal! Bei dieser Gelegenheit möchte ich mal mein Snowboard vorstellen. Ladies and Gentlemen: THE PUNISHER!


23. Juni

Uns wurde nun endlich ein angemessener Parkplatz für Gwyneth zur Verfügung gestellt. Aber seht selbst:


21. Juni

Wir waren gestern zum ersten Mal Snowboarden auf Mount Hutt (das ist ein Skigebiet 90 Minuten von Christchurch entfernt, für das wir neben zwei anderen Gebieten einen Saisonpass haben)! Das Skigebiet hat gerade erst am Mittwoch aufgemacht und wir konnten es uns nicht nehmen lassen am Freitag direkt hinzufahren. Das war das erste Mal, dass ich an meinem Geburtstag Snowboardfahren war! Das neue Board fährt wie ne Eins, nachdem es mich in den ersten beiden Kurven tierisch zerlegt hat, fuhr ich am Ende des Tages wie ein junger Gott (...fast). Es war zwar bisher nur ein Lift in Betrieb und eine Piste offen, aber hoffentlich fällt in den nächsten Wochen noch etwas Schnee! Es war ziemlich seltsam von hier aus ins Skigebiet zu fahren, denn es war richtig warm und sonnig am Freitag in Christchurch. Man fährt zunächst eine Stunde lang durch die komplett flachen Canterbury Plains Richtung Westen und die letzte halbe Stunde eine steile Schotterpiste hoch, die schon bessere Tage gesehen hat. Es ist eigentlich erstaunlich dass keine ordentlich Strasse hoch führt, obwohl Mount Hutt eines der grössten Skigebiete Neuseelands ist. Das tolle ist, dass man vom Berg aus die weite Ebene und im Hintergrund den Pazifik sehen kann, während man die Pisten herunterbügelt.
Nachdem ich mir zwei Tage zum Geburtstag-Feiern frei genommen habe, geht es jetzt wieder an die Arbeit (ja, auch morgen am Sonntag!). Ich muss bis nächste Woche einen Vortrag fertig schreiben, den ich am 3. Juli auf einem Postgraduate Workshop im Rahmen der jährlichen Konferenz der Australian and New Zealand Society of International Law in Wellington halte. Flug und Hotel bekomme ich von der Fakultät bezahlt, das wird bestimmt eine spannende Sache! Am 7. Juli geht es dann nach Queenstown für eine Woche Skifahren und Snowboarden!


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